Mamei's Blog

6. Oktober 2009

San Juan Skyway

Heute war es endlich soweit. Nach einer eiskalten Nacht (wir mussten wieder das Wasser die ganze Nacht leicht laufen lassen, dass die Schläuche nicht einfroren) erwartete uns ein Tag der Qualität "Grand Beau". Gleich nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen (warme Kleider, Proviant, viele Getränke und die Ladegeräte für die Kamera-Batterien).
In Durango haben wir noch aufgetankt und los gings auf die Ostseite des San Juan Skyway. Weil wir nur einen Tag zur Verfügung hatten, konnten wir nicht die ganze, von unserem Standort aus 270 Meilen lange, Tour unternehmen. Wir haben uns deshalb für die Ostseite (hin und zurück) mit den drei Pässen Coal Bank (10'640 ft), Molas (10'910 ft) und Red Mountain Pass (11'018 ft) entschieden.

Von Durango führte die Strasse zuerst dem Animas River entlang und stieg langsam an zum Coal Bank Pass. Da es die vorangegangene Nacht leicht geschneit hatte, waren die Bergspitzen und in höheren Lagen die ganze Landschaft leicht "verzuckert". Schon hier gab es hinter fast jeder Ecke eine Gelegenheit zum fotografieren.

Auf dem Pass haben sich ganze Familien im Schnee vergnügt. Von hier ging es zuerst wieder in ein Tal hinunter um dann noch einmal stark anzusteigen zum Molas Pass mit einer sehr schöne Panoramasicht.



Vom Molas Pass führte die Strasse dann hinunter zum Städtchen Silverton, eine alte Minenstadt, die heute vorwiegend vom Durango-Bähnli (Durango & Silverton Narrow Gauge RR) lebt, das zwei - bis viermal im Tag von Durango ein Ladung Touristen bringt. Die Souvenirshops und die Läden mit Indianerschmuck und -Keramiktöpfen waren zahlreich vorhanden. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, in eine der vielen "Tourist Traps" geraten zu sein, wahrscheinlich deshalb, weil das Dorf ruhig in einer sehr schönen Landschaft liegt. In und um Silverton liegen Hunderte von verlassenen Gold- und Silberminen, die letzte davon wurde 1991 geschlossen. Sommer- und ein wenig Wintertourismus halten die Gegend aber gut am Leben.

Von Silverton führt der berühme San Juan Skyway über den berüchtigten Red Mountain Pass. Die Strasse ist heute sehr gut ausgebaut, aber stellenweise immer noch "gfürchig", vor allem für grössere Fahrzeuge. Wir waren jedenfalls froh, nur mit dem Jeep und nicht mit dem Genty unterwegs zu sein. Wir haben trotzdem drei Motorhomes und ein paar Lastwagen gesehen. Wenn die aber an diesen neuralgischen Stellen kreuzen müssen - ohweh, da ist einfach nicht genügend Platz (auf der einen Seite eine steile Felswand nach oben und auf der gegenüberliegenden Seite .... tief nach unten - und ohne Leitplanke.


Auf der anderen Seite des Passes liegt die Ortschaft Ouray, die auch als Switzerland of America bezeichnet wird. Die Amis wissen wohl warum, wir haben es aber nicht herausgefunden, vielleicht weil einer der umliegenden Berge ganz entfernt dem Matterhorn gleicht.

Für die ganze Reise bis hierher haben wir sechs Stunden gebraucht und hunderte Föteli geknips. Für die Rückreise über die gleiche Strecke brauchten wir dann nur noch zweienhalb Stunden. Wir haben heute sehr viele eindrückliche Landschaften und zwei interessante Städtchen und relativ wenige Tiere gesehen. Ein Mountain Goat, Squirrels und viele Vögel. Auf der Rückreise hatten wir noch ein ganz besonderes Tier-Erlebnis. Plötzlich stand ein grosses Reh vor uns am Strassenrand. Wir mussten stark bremsen (eigentlich zum fotografieren), aber dann hüpfte das Reh unmittelbar vor unserer Stosstange über die Strasse. Für ein Föteli hat es nicht gereicht, aber dafür haben wir auch keinen Zusammenstoss erlebt.


Von den vielen Föteli hat es hier eine Auswahl.

Pos: 37.13970N     107.63100W    Ignacio,CO        6'563 ft